Unter Erlen
- Unter Erlen steht 'ne Mühle,
unter der das Wasser rauscht
und in einer Mondscheinkühle
steht ein Schweizerbub und lauscht.
- Leise öffnet sich ein Fenster,
eine Hand streckt sich zum Gruß
und da gab der Schweizer Bub
der Geliebten einen Kuß.
- Und darein schleicht sich der Vater
legt das Räderwerk zur Ruh -
- Liebes Mädel laß Dir sagen
heut zum allerletzten Mal,
daß Du diesen Schweizer Buben
nie und nimmer lieben darfst.
- Gut ich will ihm Abschied schreiben
ob mir's schwer fällt oder nicht
schreib wir dürfen uns nicht lieben,
meine Eltern dulden's nicht.
- Und an einem Montagmorgen
ging sie in den Wald hinaus,
und da fand sie ihren Buben
ihr'n geliebten Schweizer tot.
- In der Hand hielt er ein Brieflein,
wo darauf geschrieben stand,
wärest Du mir treu geblieben
hätt' ich dieses nie getan.
- Und an einem Mittwochmorgen
trug man beide sie zur Ruh
und nun deckt die Schweizer Erde
zwei verliebte Herzen zu.
- Liebe Eltern laßt Euch sagen,
störet nie ein Kinderglück,
denn es kommen trübe Tage,
wo ihr denkt an sie zurück.
gefunden im Liederbuch meiner Mutti aus dem Jahr 1952